Toskana
Einsame Täler, sanfte Hügel, auf deren Spitze wenige, von Zypressen gesäumte Gebäude stehen, so stellen wir uns die Toskana vor. Ungezählte Postkarten mit diesem Motiv haben uns diese Landschaft lieben gelernt. Zwar finden wir diesen Landschaftstyp nur in wenigen Gebieten beispielsweise bei Siena oder um Montalcino, er steht jedoch als Synonym für diese vielfältige Region. Die italienische Region mit der Hauptstadt Florenz umfasst 63.633 Hektar Rebfläche. Zeit Ab dem 11. begann durch den Bedarf der rasch wachsenden Städte die Blüte der toskanischen Wein-Kultur. Schon im Mittelalter war der ”Wein von Florenz” weithin bekannt und wurde bis England und Russland verkauft. Unter Cosimo III. wurden im Jahre 1716 auch die Grenzen für die Weinbaubereiche Carmignano, Chianti, Pomino und Val d´Arno di Sopra festgelegt, diese zählen somit zu den ersten amtlich festgelegten Ursprungs-Bezeichnungen Europas. Im 19. Jahrhundert definierte Baron Ricasoli die strengen Regeln für die Herstellung eines Chianti, des wohl bekanntesten Weins der Toskana (wenn nicht ganz Italiens). Zu dieser Zeit begann auch der Aufstieg der Region zu einer Weinmacht. Das große Gebiet ist im Norden und Osten von den Apenninen begrenzt. Die Weingärten erstrecken sich von den Bergen bis zur tyrrhenischen Küste. Zu zwei Dritteln liegen die Rebflächen an Berghängen zwischen 100 und 500 Meter Seehöhe. Die Weinlandschaft wechselt sich mit Olivenhainen und umfangreichen Wäldern ab. Insgesamt 14 wunderschöne Weinstraßen führen durch die Region. Heute gilt die Toskana als das Zentrum des italienischen Qualitätsweines.
Der Anteil der DOC- und DOCG-Weine beträgt rund 45 Prozent. Hier ist auch das Phänomen der ”Vini da Tavola” entstanden, heute als IGT bezeichnet, die oft die engen DOC-Grenzen in Frage stellen und manche davon sogar DOCG-Weine übertreffen. Die als Super-Toskaner bezeichneten Weine waren zum Beispiel Sassicaia und Ornellaia. Furore machte auch der IGT-Weißwein Galestro. Die Toskana ist auch die Heimat des berühmten Heiligen Weines Vin Santo. Ab den 1990er-Jahren entwickelte sich die Maremma, eine Landschaft im südwestlichen Teil der Region, zu einem neuen rasch wachsenden Hoffnungs-Gebiet. Viele bekannte Weingüter investieren hier in neue Rebflächen. Aufgrund der Lage und Topographie findet man in der Toskana unzählige Mikroklimaten. Auch die Bodenbeschaffenheit ist sehr unterschiedlich. Während an der Küste und in den Flusstälern meist sandige Böden vorherrschen, findet man in der Mitteltoskana Böden, die sich sehr für den Weinbau eignen. Die Kreideböden südlich von Siena eignen sich hervorragend für Sangiovese. Der Norden des Chianti Classico wird von kreidehaltigen Böden gebildet, im Süden dominieren tonhaltige. Es herrschen Bedingungen, die eine große Vielfalt an unterschiedlichsten Weintypen begünstigen, sofern das immense Potential vom noch jungen Qualitätsweinbau genutzt wird. Die 40 DOC/DOCG-Zonen sind:
Ansonica Costa dell´Argentario Barco Reale di Carmignano Bianco della Valdinievole Bianco dell´Empolese Bianco di Pitigliano Bianco Pisano di San Torpè Bolgheri Bolgheri Sassicaia Brunello di Montalcino (DOCG) Candia dei Colli Apuani Capalbio Carmignano (DOCG) Chianti (DOCG) Chianti-Classico (DOCG) Colli dell´Etruria Centrale Colli di Luni Colline Lucchesi Cortona Elba Montecarlo Montecucco Monteregio di Massa Marittima Montescudaio Morellino di Scansano Moscadello di Montalcino Orcia Parrina Pomino Rosso di Montalcino Rosso di Montepulciano San Gimignano Sant´Antimo Sovana Val d´Arbia Val di Cornia Valdichiana Vernaccia di San Gimignano (DOCG) Vino Nobile di Montepulciano (DOCG) Vin Santo del Chianti Vin Santo del Chianti Classico Vin Santo di Montepulciano |